Himmelstempel
Online seit: 12. März 2010
Der Bau des Himmelstempels im Süden von Beijing begann im Jahre 1420, zeitgleich mit dem Bau der Verbotenen Stadt. Es ist die besterhaltenste und größte Tempelanlage der Welt. Die Kaiser der Qing- und Ming-Dynastie kamen alljährlich während der Sommersonnenwende hierher, um in der einmaligen spirituellen Umgebung dem Himmelsgott zu huldigen und für eine gute Ernte zu beten. Seit 1996 ist der Himmelstempel Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Halle des Gebets für gute Ernten / Halle der Ernteopfer / Qianian Dian
Das krönende Bauwerk des gesamten Komplexes ist die Halle des Gebets für gute Ernten. Sie befindet sich auf einer dreistöckigen Marmorterrasse und wird von einem dreilagigen Schirmdach geschützt. Die Halle wurde bereits 1420 gebaut, war 1889 völlig abgebrannt – die Ursache bleibt bis heute unbekannt. Noch im folgenden Jahr wurde eine komplette Reproduktion aus Holz aus Oregon errichtet, da die heimischen Wälder für ähnliches Baumaterial bereits aufgebracht waren.
Die vier zentralen Säulen symbolisieren die vier Jahreszeiten, die zwölf im nächsten Ring die Monate, und umgebende weitere zwölf Säulen stehen für die Tage. In der Decke der Halle erhebt sich ein Relief, das einen Drachen als Symbol des Kaisers darstellt. Die Kassettendecke der Halle bezaubert durch ihre exzellenten und farbenfrohen Dekorationen. Hölzerne Drachen-Säulen tragen die Decke ohne einen einzigen Nagel oder Beton zur Befestigung– was praktisch unmöglich ist für einen Gebäude, dass 38 Meter hoch ist und einen Durchmesser von dreißig Metern hat.
Echowand (Echosteine)
Nördlich des Rundaltars umgibt die Echowand die Halle des Himmelsgewölbes mit einem Durchmesser von 65 Meter. Durch ihre einmalige Form schafft die Wand eine Akustik, die es erlaubt ein Flüstern am einen Ende deutlich und klar am anderen zu verstehen. Im Innenhof befinden sich zudem die sogenannten Drei-Klänge Steine. Das Klatschen eines Besuchers, der auf einem der Steine steht, soll vom ersten einmal, vom zweiten zweimal und vom dritten verdreifacht zurückgeworfen werden.
Rundaltar
Der fünf Meter hohe Rundaltar wurde 1530 erbaut und 1740 überarbeitet. Der Altar besteht aus weißem Marmor und ist in drei Ebenen angelegt. Diese stehen für die Menschheit, die Erde und den Himmel. Die gesamte Auslegung des Altars dreht sich um die glückbringende Zahl neun: neun Ringe, jeder zusammengesetzt aus neun, achtzehn oder einundachzig Steinen; selbst die Anzahl der Treppenstufen und Ballustraden sind Vielfache von neun. Auch der Rundaltar hat wie die Echowand eine besondere akustische Wirkung, die die Lautstärke der Stimme sogar vervielfacht.
Halle des Himmelsgewölbe
Das achteckige Gebäude stammt aus derselben Epoche des Rundaltars und wurde für die Aufbewahrungen von Schrifttafeln für die Sommersonnenwende genutzt.
Red Step Bridge / Brücke der Roten Palaststufen (Dan bi Qiao)
Die Red Step Bridge verbindet die Halle des Himmelsgewölbe mit der Halle des Gebets für gute Ernten.
Südeingang
Ein Park umfasst den Tempel des Himmlischen Friedens und Besucher können theoretisch das Gebiet von allen vier Himmelsrichtungen betreten. Es lohnt sich jedoch am Südeingang, dem sogennanten Zhaoheng Tor mit einer Besichtigung zu beginnen.
Umfassungsmauer (äußere Mauer), innere Mauer
Das Gelände wird von zwei Mauern, die auch aus der Ming-Zeit rühren umgeben. Der dahinterliegende Park ist besonder früh morgens reizvoll, wenn sich hunderte Chinesen zum klassischen Taichi versammeln.
Halle des Fastens
Als Teil des Rituals zum Anlass der Sommersonnenwende begab sich der Kaiser vor dem großen Ereignis fastend und betend in diese Halle, um sich auf die Opferzeremonie vorzubereiten.
Olivia G.
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